Stefan Fuchs arbeitet

biografie

Der 1977 in Hagen geborene Künstler Stefan Fuchs arbeitete in mehreren Tätowierstudios bis er 2001 entschied, eine anerkannte Ausbildung zu machen, was ihn letztlich an die Fachhochschule Dortmund brachte. Das Studium der Zeichung unter Prof. Peter Freese und die baldige Mitarbeit als Tutor in diesem Fach begleiteten ihn bis zur Diplomarbeit in Grafikdesign, die ihn schlussendlich als Creative Director in der Werbung enden ließ, die er dafür schätzt, ihn in Präzision und Schnelligkeit geschult zu haben.


Nachdem er 2015 den ersten Platz im Portraitwettbewerb von wacom und dem imaginefx Magazins gewann, entschied er, dass sein Bedürfnis nach einem tieferem Verständnis von Kunst mit digitaler Illustration nicht befriedigt werden könne und wandte sich der Ölmalerei zu, die er bereits ein halbes Jahr später an der Volkshochschule Ennepetal zu lehren begann. 2017 trat er dem Kunst- und Atelierhaus Hagen bei und stellte dort monatlich aus.

 

Fuchs arbeitetet weiterhin erfolgreich als Illustrator und Designer in verschiedensten Bereichen, widmet sich derzeit aber unter kritischem Blick seines Coaches Stefan Baumann vorrangig der Findung einer neuen und offeneren Malweise und präziseren Ausrichtung.

Künstler-statement

Stefan Fuchs' Bilder spiegeln den Verfall der Gesellschaft wider, der sich in Oberflächlichkeit, Abhängigkeiten, gegenseitiger Manipulation und Ziellosigkeit zeigt.

 

Das kann die absurde Rolle der starken einsamen Frau sein, die begehrt, aber nicht erobert werden will. Oder die des Mannes, der von Natur aus nur erobern, herrschen und Krach machen will und sich plötzlich als verständnisvoller Gesprächspartner begehrt aber eben nicht erobernswert in einer Gesellschaft wieder findet, in der er sich nicht mehr auskennt.

 

Es kann die in Fratzen ausufernde Selbstdarstellung junger Mädchen sein und die Gewöhnung an immer begehrenswertere, jüngere und sofort verfügbare Körper, das Überangebot an künstlicher Sexualität, durch die Menschen in Spiralen von Lust und Schuld immer höher kreisen.

 

Es kann um die zwanghafte Darstellung von so flüchtigen Dingen wie Position und Macht gehen, die uns unseren scheinbaren Status sichert, den wir bis aufs Blut verteidigen und den wir sogar über unsere Gesundheit stellen, wenn wir teuren Kraftstoff aber billige Nahrung kaufen.

 

Am Ende geht es immer um das infantile Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bewunderung, was uns das Innehalten in Stille unmöglich macht. Denn dort wartet unsere Angst darauf, verstanden und besiegt zu werden.

 

Stefans Gemälde sind oberflächlich betrachtet nicht anders als die neuen Schuhe und das tolle Auto. Sie sind der schöne Schein dieser Welt. Ob in Portrait, Stillleben oder Landschaft - es geht dem Künstler nie darum, das Objekt um seiner Selbst darzustellen. Vielmehr leitet das Licht den Betrachter durch die Szene, lässt ihn verweilen und weiterziehen, um wieder zurückzukehren. Die grobe Pinselführung verliert sich nur dort in Details, wo Aufmerksamkeit gewollt ist und bleibt ansonsten lose und offen.

 

Wer Stefans Bilder betrachtet, kann selbst entscheiden, wie tief er eindringen will. Und vielleicht entdeckt er auch ganz eigene Facetten.